wie alles anfing

Wie alles anfing:
Nach meiner Erzieherprüfung im Sommer 1981 wollte meine Mutter mir im Finnlandurlaub zur bestandenen Prüfung ein typisch finnisches Schmuckstück schenken. Das freute mich zwar, aber ich wollte lieber einen Webstuhl haben.
Diese Idee gefiel meiner Mutter sehr gut und wir gingen auf die Suche.
Da ich mich vorher noch nie mit Webstühlen beschäftigt hatte, war ich erst mal sehr erstaunt über die Preise.
Wir fragten dann den Vermieter unserer wunderbaren Ferienhütte (ein Bauer, der mit viel Liebe alte Blockhütten aus dem ganzen Land wieder aufgebaut hatte um sie an Feriengäste zu vermieten) ob er wüsste wo man einen Webstuhl erstehen kann und „zufällig“ hatte er noch einen ganz alten irgendwo in einer Scheune stehen….
Der Webstuhl wurde gefunden und zuerst einmal von den gröbsten Spinnweben und anderem Dreck befreit.
Der Zustand war jämmerlich, aber es war ein Webstuhl!
Die Metallteile sind handgeschmiedet, einige Details liebevoll verarbeitet, aber in den letzten Jahren der Benutzung war er immer wieder „scheußlich“ repariert worden. Viele Nägel waren zum flicken an den verschiedensten Stellen eingeschlagen worden, wo vorher schöne Holzverbindungen waren.
Trotzdem, er gefiel mir und dann wollte der Eigentümer nur 50 Finnmark, damals umgerechnet ca. 24,- DM für diesen Webstuhl haben!
Nun tauchte die Frage des Transportes auf. Der Webstuhl war nicht auseinandernehmbar, aber wir hatten einen Dachgepäckträger auf unserem Kadett Caravan auf dem wir auch unser Kajak mit nach Finnland transportiert hatten.
Nun wurde aber klar, dass nicht beides auf das Auto passt, also blieb das Kajak in Finnland, denn dann gab es auch einen „zwingenden“ Grund im nächsten Jahr wieder zu kommen.
Der Webstuhl wurde von uns für die Fahrt so gut es ging „verpackt“, mit Plastikfolien umwickelt und gut auf dem Autodach zusammen mit dem Kajakpaddel vertäut.
Während der Heimfahrt erregten wir viel Aufmerksamkeit, denn niemand konnte sich das seltsame Teil mit dem Paddel erklären.

Dieser Webstuhl war also die Basis für die vielen folgenden handwerklichen Tätigkeiten.
Es hat noch eineinhalb Jahre gedauert bis ich mit dem Weben beginnen konnte, zuerst mühsam, denn ich versuchte aus einem Buch das Weben zu erlernen, dann nahm ich an einem Intensivwebkurs teil und bekam immer wieder gute Tipps und Hilfe von einer Webmeisterin und die Anzahl meiner Webstühle wuchs langsam aber beständig auf sieben heran.

Ähnlich verlief es mit dem Spinnen und Färben.
Meine erste Schafwolle von einem Hobbyschafhalter war von einer so schlechten verschmutzten Qualität wie ich sie jetzt nicht mehr anrühren würde!
Aber ich wollte Spinnen lernen und ich fand damals niemanden der mir weiter helfen konnte.
Zur Hochzeit 1982 bekam ich ein Spinnrad geschenkt, ein Louet S 10, meiner Meinung nach immer noch eins der besten Spinnräder.

Fortsetzung folgt…